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Rennrad mit Systempedalen

Ein Systempedal (Klickpedal) ist ein Pedal, das es ermöglicht, eine feste Verbindung mit speziellen Schuhen einzugehen. Die meisten Verbindungen sind über ein Federsystem an den Pedalen realisiert, es sind mittlerweile aber auch federlose Mechanismen entstanden. Die Schuhe werden an der Sohle mit Cleats (auch Haken oder Schuhplatten genannt) versehen, die in die Pedale eingerastet werden.

Ein großer Vorteil dieser festen Verbindungsart ist ein verbesserter Tretablauf, der es ermöglicht, nicht nur nach unten Kraft auf die Pedale auszuüben, sondern auch an den Pedalen zu ziehen. Ein weiterer Vorteil ist, dass ein mögliches Abrutschen vom Pedal vermieden werden kann.

Aus physiologischen Gründen erlauben die meisten Systeme eine leichte seitliche Bewegungsfreiheit des Fußes, um eine Entlastung der Kniegelenke zu erreichen. Das Aussteigen aus dem Pedal erfolgt in der Regel über eine seitliche Drehbewegung des Fußes, der Kraftaufwand des Aus- und Einklickens kann in der Regel mechanisch eingestellt werden (einstellbare Auslösehärte).

Mittlerweile sind auch Magnetsysteme auf dem Markt, bei dem in der Pedale der Magnet sitzt und im Schuh als Gegenstück eine rostfreie Metallplatte, die Schrauben halten zusätzlich einen Quersteg, der das Abrutschen nach vorne verhindert. Dieses System ist sinnvoll, wenn die seitliche Beweglichkeit des Fußgelenks eingeschränkt ist bzw. die Muskulatur so geschwächt ist, dass nur Abwärtsbewegungen aber keine Seitenführung möglich ist.

GeschichteBearbeiten

Der Ursprung der ersten Klickpedale lässt sich schon Ende des 19. Jahrhunderts finden. Charles Hanson aus Peace Dale (Rhode Island, USA), gilt als der Erfinder des ersten Klickpedals, das er 1895 vorstellte. Es war ein Pedal, in dem sich ein spezieller Schuh durch eine Drehung des Fußes einrasten ließ.[1]

Die ersten modernen Klickpedale sind um die 1970er Jahre in Verbindung mit dem Rennradsport entstanden und haben später nach ihrem Durchbruch Mitte der 1980er Jahre durch das LOOK-System, die in diesem Bereich lange verwendeten Hakenpedale ersetzt. Cinellis M-71-Pedal von 1970 gilt als das erste moderne Klickpedal, bei dem der Schuh allerdings noch manuell mit der Hand ausgelöst werden musste.[2] Mittlerweile werden Klickpedale in unterschiedlichen Bauformen auch in anderen Fahrradbereichen eingesetzt. Sie haben sich in Teilen des Mountainbike-Sports etabliert und werden häufig von Alltagsradfahrern oder Reiseradlern verwendet.

Unterschiede zwischen den SystemenBearbeiten

Für die Auswahl des richtigen Systems spielen mehrere Kriterien eine Rolle. Nicht nur die Systeme der Hersteller unterscheiden sich, auch die Pedale eines Systems sind oft unterschiedlich charakterisiert.

Klickpedale lassen sich zum einen durch allgemeine pedaltypische Merkmale, wie Material, Gewicht und Lagerung der Achse unterscheiden, zum anderen durch die speziellen Eigenschaften des verwendeten Pedalsystems. Wichtige Merkmale sind hier die Bauhöhe (Abstand Achse zur Sohle), die Fußauflagefläche des Pedals (Einfluß auf die Kraftübertragung), die seitliche Bewegungsfreiheit (Fersenfreiheit), die Auslösekraft- oder Härte (einstellbar oder nichteinstellbar?), die Sohlennorm für die Schuhplatten (z.B. Drei-Loch-Standard, SPD-Standard), die Kurvenfreiheit und schließlich auch das Laufverhalten.

Bekannte SystemeBearbeiten

Mehrere Unternehmen haben in der Vergangenheit Systeme für teils verschiedene Einsatzgebiete entwickelt. Zu den am meist verbreitetetsten zählen das SPD-System von Shimano, das LOOK-System vom französischem Hersteller der ersten Stunde Look Cycle und das Time-System vom gleichnamigen franzosischem Unternehmen Time. Daneben haben auch noch Systeme anderer Hersteller Verbreitung gefunden, zu nennen sind vor allem die Unternehmen Speedplay und Crankbrothers.

SPDBearbeiten

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Pedal mit SPD-System

Datei:Cleat.jpg

SPD ist ein vom japanischen Hersteller Shimano seit 1988 entwickeltes und mittlerweile weitverbreitetes System, das sich unter anderem durch eine gute Schmutzunempfindlichkeit auszeichnet. In der Regel sind die dazu passenden Cleats in der Schuhsohle versenkt, wodurch ihre Abnutzung im Vergleich zu anderen Systemen verringert ist und auch Laufstrecken leichter zu meistern sind. Als Abstrich gilt dagegen die geringe Pedalfußaufstellfläche. Die Cleats werden mit zwei Schrauben an den Schuhen befestigt und sind nicht mit anderen Systemen kompatibel.

Bevorzugt wird das SPD-System von vielen Mountainbikefahrern und auch Alltagsradfahrern eingesetzt.

SPD-SLBearbeiten

Rund um den Henninger Turm35-3233.jpg

SPD-SL-Pedal

SPD-SL ist ein jüngeres von Shimano für den Rennradsport entwickeltes Pedalsystem. Die Pedalplatten sind rennradüblich breiter als ihr Mountainbike-Pendant SPD und werden wie die meisten anderen Rennradsysteme mit drei Schrauben an der Schuhsohle befestigt. SPD-SL ähnelt dem LOOK-System und die Cleats sind auch kompatibel mit dem "Drei-Loch-Standard".

LOOKBearbeiten

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Look-System

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LOOK-Pedalplatten

LOOK gilt als das erste System, das es schaffte eine größere Verbreitung für Klickpedale zu erreichen und die Ära der Hakenpedale im Straßenradsport zuende gehen zu lassen. Der Durchbruch gelang 1984 dem Pedalmodell LOOK PP65 des französischen Unternehmens Look Cycle.[2] Als Vorbild für ihr Pedalsystem nahm sich das Unternehmen ihre zur damaligen Zeit hergestellten Ski-Bindungen.

Noch heute gehört das LOOK-System zu den am meisten eingesetzten Bindungen. Die breite Pedalplatte wird wie üblich mit drei Schrauben an der Sohle befestigt.

Neben Pedalen mit einem Feder-Bindungsmechanismus entwickelte das Unternehmen unter dem Namen Keo Bladeauch ein federloses System.

TIMEBearbeiten

Pedal 01 KMJ.jpg

Time-System

Das klassische TIME-System ist durch einen Drahtspangen-Mechanismus ein sehr einfach gehaltenes System. Es wurde Ende der 1980er Jahre vom französischem Hersteller Time eingeführt und hat eine weite Verbreitung gefunden. Das System wird heute vom Hersteller noch in Mountainbike-Pedalen angeboten. Das Unternehmen hat noch andere Systeme, wie Straßenpedale, unter anderem mit dem RXS- und dem noch recht jungen federlosen i-Clic-System, entwickelt.

Speedplay-SystemeBearbeiten

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Speedplay-Pedal

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Speedplay-Schuhplatten

Die vom US-amerikanischen Unternehmen Speedplay entwickelten Systeme unterscheiden sich von denen anderer stark durch Pedalkörperform und Schuhplatten. Der im Vergleich zu anderen Systemen kleine Pedalkörper hat eine runde bis ovale flache Formgebung und wird vollständig von der Schuhplatte umschlossen, wodurch unter anderem eine bessere Kurvenfreiheit gewährleistet und eine Gewichtsreduzierung erreicht werden soll. Speedplays aktuelle, sich vom Prinzip ähnenlnde Systeme sind unter anderem Light Action, Zero, X/1 und Frog.

Crankbrothers-SystemeBearbeiten

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Eggbeater-System von Crankbrothers

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Die zu den Pedalen vom linken Bild gehörigen Cleats

Crankbrothers ist ein US-amerikanisches Unternehmen, das mehrere Pedal-Systeme auf den Markt gebracht hat. Dazu gehören aktuell unter anderem eggbeater, candy, acid und mallet.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Wikipediaartikel:
„Fahrradpedal#Klickpedal“

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bicycle Pedal Timeline auf der Speedplay-Webseite
  2. 2,0 2,1 Bicycle Pedal History Museum der Speedplay-Webseite

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