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Unter einem Sprinter-Abstand versteht man den Abstand von 4–7 Radlängen, den der jeweils hintere von zwei Fahrern beim Sprint im Bahnradsport gegenüber dem Vorausfahrenden einzuhalten versucht. Statt, wie im Radrennsport im Allgemeinen üblich, mit einem Abstand von etwa 30 cm bis 1 m hinter seinem Gegner herzufahren, hält der hinten Fahrende diesen Abstand von etwa 10 m bis ca. 200–250 m vor dem Ziel ein.

Dieses ungewöhnliche und vor dem Hintergrund, dass man im Radsport stets bemüht ist, den Windschatten des Vorausfahrenden auszunutzen, zunächst verwirrende Verhalten hat mehrere Gründe, unter anderem diese:

  • Es erhöht die Manövrierfähigkeit, der Fahrer kann nicht so schnell auf den Vorausfahrenden auflaufen, was ihn zum Ausweichen zwingen würde und dem Vorausfahrenden die Möglichkeit zu Manövern gibt, mit denen er das Tempo verschleppen kann.
  • Es verbessert – allerdings geringfügig – den Überblick.
  • Beim finalen Antritt auf der Gegengeraden hat er somit die Möglichkeit, aufzuschließen und in den Windschatten, der ab einem Abstand von etwa 5 m wirksam zu werden beginnt, einzutauchen. Anschließend „saugt er sich an“, d. h. der Windschatten wird immer stärker wirksam und er kann in den Windschatten hineinbeschleunigen. Schließlich zieht er am Hinterrad des Gegners vorbei und kann relativ leicht auf gleiche Höhe mit ihm kommen (dieses Manöver wird im unter Weblinks aufgeführten Stream besonders deutlich von Bill Huck demonstriert).

Um nicht durch einen plötzlichen und explosiven Antritt des Vorausfahrenden in Nachteil zu gelangen, fährt der hinten fahrende dabei ca. 1–2 m nach oben (rechts auf der Bahn) versetzt. So hat er zwei Vorteile: Zum einen bleibt sein Abstand in den Kurven gleich, obwohl er bereits schneller als der Vordermann fährt (größerer Radius – größerer Kreisumfang, hier längere Strecke), zum anderen besitzt er eine höhere potentielle Energie, die er beim Antritt des Vordermanns in Beschleunigung umsetzen und so den Nachteil des Abstandes schnell kompensieren kann.

Der Vorausfahrende versucht den Sprinter-Abstand durch verschiedene Manöver ständig zu verringern, um den Gegner so an sein Hinterrad zu binden, die Vorteile des Sprinter-Abstandes zunichte zu machen und das Tempo zu verschleppen. Die Fahrweise ist vor dem Hintergrund der gesamten Taktik des Sprints verständlich, für weitere Erläuterungen siehe dort.

WeblinksBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Klaus Ullrich: Unser Täve. Ein Buch über Gustav Adolf Schur; Berlin: Sport-Verlag, 1962.

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