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Radfahrstreifen (Österreich)

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Ein Radfahrstreifen, auch Radweg genannt, ist ein auf der Fahrbahn durch Bodenmarkierung abgetrennter Teil der Straße, der für Radfahrer vorgesehen ist. Wegen der erheblich höheren Gefahr als auf der Fahrbahn werden Radfahrstreifen umgangssprachlich auch Todesstreifen genannt.[1]

In Österreich bezeichnen Radfahrstreifen bzw. Mehrzweckstreifen nach § 2 Abs. 1 Ziffer 7 bzw. Ziffer 7a der österreichischen Straßenverkehrsordnung (StVO) von 1960 einen für den Fahrradverkehr bestimmten und besonders gekennzeichneten Teil der Fahrbahn einer Straße.

Festlegung aus rechtlicher und baulicher Sicht Bearbeiten

Der Radfahrstreifen zählt zu den sogenannten Radfahranlagen nach § 12 Ziffer 11b StVO. Im begrifflichen Unterschied zum baulich getrennten Radweg (einem eigens gekennzeichneten Weg) ist der Radfahrstreifen Teil der Hauptfahrbahn. Die Abgrenzung des Radfahrstreifens vom angrenzenden Fahrstreifen erfolgt durch eine Bodenmarkierung in Form einer Sperrlinie (nicht unterbrochene Längsmarkierung). Wenn es die Verkehrsverhältnisse oder die örtlichen Gegebenheiten erfordern, kann die Sperrlinie auch durch eine Warnlinie (unterbrochene Längsmarkierung) unterbrochen oder statt einer Sperrlinie überhaupt eine Warnlinie angebracht werden. In diesem Fall wird die Anlage dann als Mehrzweckstreifen nach § 2 Abs. 1 Z 7a StVO 1960 bezeichnet. Der Beginn und der Verlauf eines Radfahrstreifens müssen durch wiederholte Markierung mit festgelegten Fahrradsymbolen gekennzeichnet werden.

Fahren auf dem Radfahrstreifen Bearbeiten

Ein Radfahrstreifen darf nach § 8a der StVO nur in derselben Fahrtrichtung befahren werden, wie der angrenzende Fahrstreifen. Ausgenommen sind dabei jene Einbahnstraßen, in welchen – entsprechend § 7 Abs. 5 StVO – Radfahrer ausdrücklich durch Verordnung ausgenommen sind und die Einbahnstraße damit auch in Gegenrichtung befahren dürfen. Hier werden dann aber in der Regel auch entsprechende Kennzeichnungen über Straßenverkehrszeichen und Bodenmarkierungen angebracht.

Benutzungspflicht Bearbeiten

Nach § 68 StVO müssen Radfahranlagen – der Radfahrstreifen ist eine solche Radfahranlage – mit einspurigen Fahrrädern ohne Anhänger benützt werden. Mit

  1. Fahrrädern mit einem Anhänger, der nicht breiter als 80 cm oder ausschließlich zur Personenbeförderung bestimmt ist,
  2. mit mehrspurigen Fahrrädern, die nicht breiter als 80 cm sind, sowie
  3. bei Trainingsfahrten mit Rennfahrrädern darf die Radfahranlage benützt werden, es besteht aber keine Verpflichtung dazu.

Fahrräder mit einem sonstigen Anhänger und breitere mehrspurige Fahrräder dürfen den Radfahrstreifen nicht befahren, hier wäre die für den übrigen Verkehr bestimmte Fahrbahn zu benützen.

Das Rollschuhfahren (Inline Skates) auf Radfahrstreifen ist nach § 88a der StVO nur außerhalb des Ortsgebietes verboten. Es gelten Fahrregeln wie für Radfahrer. Kinder unter zwölf Jahren dürfen dabei nur unter Aufsicht einer Person die das 16. Lebensjahr vollendet hat Rollschuh fahren, sofern sie nicht Inhaber eines Radfahrausweises gemäß § 65 StVO sind. Zu beachten sind außerdem lokale Verbote[2], die z. B. in Wien mit dem Fahrverbotssymbol für Inline Skates[3] gekennzeichnet werden.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Wikipediaartikel:
„Radfahrstreifen“


Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Grafik aus Sicherung von Radfahrern an städtischen Knotenpunkten (BASt, 1992). Unfallquoten drei Kreisverkehrsplätzen im Vorher-Nachher-Vergleich verdeutlicht anschaulich, was passiert, wenn man Radwege oder Radfahrstreifen in Kreisverkehre setzt.
  2. http://www.wien.gv.at/verkehr/radfahren/radnetz/skaten.html, Liste der Skateverbote in Wien
  3. http://www.wien.gv.at/verkehr/radfahren/bauen/bodenmarkierung.html#abschnitt02, Skateverbotssymbol


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel „Radfahrstreifen“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 11. November 2008 (Permanentlink) und steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported (CC-by-sa 3.0). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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