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Liegedreirad

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Liegedreiräder oder Liegetrikes, kurz einfach Trike, sind dreispurige Liegeräder. Es gibt sie in zwei grundsätzlichen Bauformen, dem Delta und dem Tadpole.

Liegetrikes
ICE Trice T.jpg
Hase Kettwiesel 2.jpg
ICE Trice T (Tadpole)
Hase Kettwiesel (Delta)

Bauformen Bearbeiten

Tadpole mit zwei Rädern vorne Bearbeiten

Delta Tadpole.png

Bauschema Delta und Tadpole in der Aufsicht

Das Tadpole (engl. Kaulquappe) ist die bevorzugte Bauform beim Liegetrike. Beim Tadpole werden beide Vorderräder gelenkt, dies verbessert das Kurvenverhalten erheblich und bietet dem Fahrer insbesondere auch auf engen Strecken eine bessere Übersicht und Handhabung des Fahrzeugs. Angetrieben wird das Hinterrad, dafür kann problemlos jede herkömmliche Schaltung ohne den Einsatz von Differentialen verwendet werden. Über dem Hinterrad können standardisierte Gepäckträger montiert werden, die den Einsatz von Packtaschen ermöglichen. Der Einsatz eines Nabendynamos an der Vorderachse ist allerdings derzeit auf ein für Stummelachsen konstruiertes Modell der Firma Schmidt Maschinenbau beschränkt.

Delta mit zwei Rädern hinten Bearbeiten

Bei der Delta-Bauweise gibt es mehrere Antriebsformen. Es ist möglich, mittels Umlenkrollen einen direkten Antrieb auf das Vorderrad zu legen. Häufiger ist jedoch der Antrieb der Hinterachse, wobei entweder nur eines der beiden Hinterräder angetrieben wird, oder beim Einsatz eines Differentialgetriebes die Kraftübertragung auf beide Hinterräder erfolgt. Der Einsatz eines Differentialgetriebes bietet mehr Grip auf losem Untergrund, da die Kraft auf zwei Räder übertragen wird. Von Nachteil ist die geringere Kippstabilität der Deltakonstruktion bei hohen Geschwindigkeiten in Kurven, sofern der Fahrer das Fahrzeug nicht mit dem Körper ausbalanciert.

Ausstattung Bearbeiten

Liegetriketandem.jpg

Liegetrike-Tandem von Steintrike

Tripendo Liegetrike.jpg

Kurvenneiger Tripendo

Die grundsätzliche Ausstattung von Liegedreirädern entspricht den einspurigen Liegerädern. Die Längenanpassung erfolgt über einen verstellbaren Ausleger, die Sitze sind wahlweise Schalen- oder Bespannsitze. Bei den meisten Trikes ist mindestens der Hinterbau gefedert, einige Modelle haben auch eine Federung der Vorderräder.

Schaltung und Antrieb entstammen dem herkömmlichen Fahrradbau. Beim Handbike kommt noch der Handkurbelantrieb als Alternative hinzu.

Gepäckmitnahme ist auf den Tadpoles problemlos möglich, da sie mit herkömmlichen Gepäckträgern ausgestattet werden können. Für Deltas gibt es besondere Konstruktionen zum Gepäcktransport.

Die Bereifung entspricht der gewöhnlichen Fahrradbereifung, die meisten Bauformen weisen eine gleichartige Beräderung mit drei 20"-Laufrädern auf, einige wenige Modelle haben 20"-Vorderräder und ein 26"-Hinterrad. 16"-Laufräder spielen nur einen untergeordnete Rolle, sind aber bei einigen wenigen Modellen zu finden.

Die Beleuchtung des Trikes erfolgt mittels dynamobetriebener Fahrradbeleuchtung oder per Akkulicht. Beim Delta ist es problemlos möglich, einen beliebigen Nabendynamo zur Stromerzeugung ins Vorderrad einzubauen. Für die Tadpoles ist erst seit kurzer Zeit ein speziellen Nabendynamo der Firma Schmidt Maschinenbau an einem Vorderrad einzubauen. Einige Hersteller haben die Vorderachsen ihrer Tadpoles für diesen Nabendynamo ausgerüstet. Als Alternative zur Stromerzeugung bleibt sonst nur ein Seitenläufer.

Da Trikes deutlich sperriger sind als einspurige Fahrräder, gehen einige Hersteller dazu über, ihre Fahrzeuge faltbar zu konstruieren. Dies erleichtert den Transport und die Unterbringung des Trikes, auch wenn die Faltdimensionen deutlich größer als die eines Faltrades sind.

Vor- und Nachteile von Liegetrikes Bearbeiten

Liegetrikes sind kippstabiler als einspurige Fahrräder. Sie ermöglichen eine sehr langsame Fahrt unterhalb von Geschwindigkeiten, bei denen ein Zweiradfahrer sein Fahrzeug nicht mehr fahrstabil halten kann. Spezialanpassungen bei Liegetrikes ermöglichen das Fahrrradfahren auch für Menschen, die aufgrund von Behinderungen kein einspuriges Fahrrad führen können.

Als nachteilig erweist sich das systembedingt höhere Gewicht und der durch die drei Spuren etwas höhere Rollwiderstand. Trikes gelten aufgrund ihrer drei Spuren als „Schlaglochsuchgeräte“, da sie nicht so leicht um Bodenunebenheiten herum gelenkt werden können.

Bekannte Liegetrikes Bearbeiten

Tadpole Delta
  • HP Velotechnik Scorpion und Gekko
  • ICE Trice T und Trice Q
  • KMX Karts: Cyclone, Tornado, Cobra
  • Steintrike (mehrere Modelle)
  • Greenspeed (mehrere Modelle)
  • Q-Cycles: Njunis und Rondane
  • Anthrotech
  • Sun[1]
  • Windcheetah
  • Hase Kettwiesel und Lepus
  • Sinner Comfort
  • Used Scootertrike

Siehe auchBearbeiten

Bike-symbol.png
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