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Fahrradhersteller

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Begriffsklärung Dieser Artikel behandelt mehr inhaltlich das Thema Fahrradhersteller. Für eine potentielle Übersicht aller Fahrradhersteller siehe auch Liste der Fahrradhersteller.

Fahrradhersteller produzieren Fahrräder. Allerdings ist die Fertigungstiefe äußerst unterschiedlich. Traditionell wichtige Herstellerländer für Fahrräder und -komponenten waren – in alphabetischer Reihenfolge- Deutschland, Frankreich, Benelux, Italien, Schweiz, United Kingdom. So waren Reynolds-Rohre aus England lange ein Garant für hochwertige Fahrräder. Seit den achtziger Jahren haben sich in südostasiatischen, nordamerikanischen und osteuropäischen Staaten neue Schwerpunkte der Fahrradherstellung herausgebildet. Westeuropäische und nordamerikanische Markenhersteller lassen ihre Modelle teilweise oder insgesamt in Taiwan sowie anderen ostasiatischen und osteuropäischen Staaten herstellen. Außerdem gibt es inzwischen vor allem taiwanesische und zunehmend auch osteuropäische Markenhersteller.

Fahrradhersteller Bearbeiten

International präsente Fahrradhersteller – „Global Player“ Bearbeiten

Fahrradhersteller gehören heute vielfach zu „Groups“, d. h. sie führen mehrere Produktnamen – sogenannte „Brands“. Beispiele sind die Accell Group mit Hauptsitz Heerenveen (Niederlande), die Cycleurope AB mit Sitz in Stockholm (Schweden), die Derby Cycle Corporation in Cloppenburg (Deutschland) und die Dorel Corporation in Canada.

Am internationalen Fahrradmarkt operieren aber auch andere große Fahrradhersteller wie z. B. Giant, Kona, Merida, Specialized, Trek, Wheeler.

Benelux Bearbeiten

Aus den Niederlanden und Belgien kommen Fahrräder aller Preis- und Qualitätsklassen. Beim Kauf eines Touren- oder Sportrades ist darauf zu achten, dass man keine Bereifung … x 1 1/2 wählt,da diese Bereifung außerhalb der Benelux- Staaten nur sehr schwer erhältlich ist. Die Hollandräder sind deutlich robuster und langlebiger als andere Tourenräder, ein Reifenwechsel am Hinterrad überfordert aber einen Hobbyschrauber. Da die Firmen aus Benelux alle Preisklassen und Fahrradtypen abdecken, lassen sie sich schlecht kategorisieren. Vom Baumarkt- Billigfahrrad bis zum Profi- Rennrad kann man alles antreffen.

Deutschland Bearbeiten

Eine Reihe deutscher Fahrradhersteller produzieren für den europäischen Massenmarkt bis in die mittlere Preisklasse (z. B. Hercules, MIFA, Winora). Für hochwertigere Fahrradtechnik entstehen spezielle Unternehmen unter neuen Labels mit der Herkunftsbezeichnung ‚Made in Germany‘ (z. B. Bergwerk, Bionicon, Fusion, Rotwild, Storck, Votec). Weitere Fahrradhersteller profilieren sich vom Design über Qualitätskontrolle, Finishing und im Vertrieb (z. B. Bergamont, Canyon, Cube, Ghost, Stevens, ZEG).

Frankreich Bearbeiten

Aus Frankreich kommen Fahrräder aller Preis- und Qualitätsklassen.

  • Commençal - Edelschmiede, deren Sitz genau genommen nicht in Frankreich, sondern im souveränen Pyrenäenstaat Andorra liegt
  • Motobécane - qualitativ hochwertige, technisch innovative Fahrräder mittlerer und höherer Preislage; seit den 1990er Jahren werden unter diesem Namen in Frankreich keine Fahrräder mehr produziert; es existiert aber eine Nachfolgefirma unter dem Namen "MBK"; Motobécane (französisch ausgesprochen) ist nicht zu verwechseln mit dem us-amerikanischen, noch aktiven Hersteller "Motobecane" (ohne den Akut auf dem "e" und englisch ausgesprochen)
  • Peugeot (ältester französischer Fahrradhersteller)
  • Lapierre

Italien Bearbeiten

Die Massenware der italienischen Fahrräder wird meist unter den verschiedensten Labels in Taiwan gefertigt. Räder, welche wirklich aus Italien kommen, sind heute meist teure Handanfertigungen, oftmals noch in Stahl und gemufft angefertigt, jedoch seit einigen Jahren auch vermehrt aus Aluminium und Carbon. Bianchi ist der einzige Großhersteller der auch in mittleren Preislagen noch echte italienische Ware anbietet. Alle genannten italienischen Hersteller beliefern Profi- Rennställe, teilweise lassen sich Spitzenfahrer Liebhaberstücke maßschneidern.

Österreich Bearbeiten

Die österreichischen Fahrradhersteller haben sich hauptsächlich auf den Bereich hochwertiger High-Tech Räder, zum Teil mit Individualanfertigung spezialisiert.

Schweiz Bearbeiten

Taiwan und Südostasien Bearbeiten

Aus Taiwan und Südostasien kommen Fahrräder aller Preis- und Qualitätsklassen. Die Herkunftsbezeichnung ‚Made in Taiwan‘ ist bei Fahrrädern nicht mehr Synonym für Billigware. Vielmehr bedeutet die hohe Spezialisierung der Asiaten, dass sie gute Qualität zu annehmbaren Preisen bieten. Taiwanesische Firmen lassen mittlerweile weniger hochwertige Fahrräder in Vietnam und Laos bauen, weil die Lohnkosten auch in Taiwan zu hoch sind.

Großbritannien Bearbeiten

Aus Großbritannien kamen und kommen Fahrräder aller Preis- und Qualitätsklassen.

USA und Kanada Bearbeiten

Die Firmen aus USA und Kanada bedienen auf dem europäischen Markt überwiegend den mittel- bis hochpreisigen Markt der Mountainbikes. In den letzten Jahren wurden von Trek durch den Aufkauf europäischer Hersteller (Villiger, Diamant) neue Märkte erschlossen. Kerngebiet der Handelstätigkeit bleibt der Mountainbikebereich, auch wenn durch die Erfolge von Lance Armstrong versucht wird, die Marke Trek in Europa zu etablieren.

Amerikanische und kanadische Mountainbike-Hersteller setzen bei der Entwicklung ihrer Produkte häufig auf Evolution statt Revolution, was sich insbesondere in der Entwicklung des Fahrwerks, aber auch ganz besonderst erwähnenswert in der Geometrie wiederspiegelt. Dies stellt den Kerngedanken vieler Hersteller aus den USA und Kanada dar. Das beste Beispiel dafür ist der Hersteller Specialized, der sein legendäres und bewährtes FSR-Federungssystem (Full Suspension Ride) über gut 20 Jahre kontinuierlich weiterentwickelte. Mit der Einführung des Brain-Dämpfungssystems, welches die Pedalkräfte des Fahrers und die Stöße vom Hinterrad über den Hinterbau erkennt, die systembedingt durch den Viergelenk-Hinterbau mit Horst-Link entstehen und somit die störenden Antriebseinflüsse minimiert. In Verbindung mit der Liebe zum Detail in der Geometrieentwicklung und der Systemintegration von Kompenten erreicht man so ein logisches und schlüssiges Gesamtkonzept, welches sich in vielen Tests einen überragenden Gesamtsieg holen konnte. 

Ein anderes Beispiel ist der Hersteller GT Bicycles, der mit seinem 1999 eingeführten Antriebssystem namens I-Drive ganz eigene Wege geht. Dieses bewährte und antriebsneutrale System ist eine Mischung aus Eingelenker und Antriebsschwinge, bei dem das Tretlager in einem rotierenden Exzenter sitzt, welcher über einen Hebel (Dog Bone) mit dem Hauptrahmen verbunden ist. Dieses System arbeitet unter Kettenzug und sorgt für ein wippfreies Pedalieren im Wiegetritt. Nachteilig wirkt sich das bei kurz aufeinander folgenden Schlägen aus, wenn das Pedal stark belastet wird. Jedoch sind diese Einflüsse derart gering, dass sie im Betrieb kaum auffallen und die Vorzüge über die Nachteile triumphieren. Zudem verleiht das I-Drive-System den damit ausgestatteten Bikes eine einprägsame und eigenständige Optik, welche sich von den Masse abhebt und somit auch eine gewisse Individualität und Exklusivität versprüht.

Weitere europäische Herstellerländer Bearbeiten

Wie schon ausgeführt zeigt sich auch innerhalb der Europäischen Union eine Verlagerung in der Fahrradherstellung. Aufgrund des Binnenmarkteinflusses verlagerte sich die Schweizer Fahrradfertigung in andere EU-Länder (z. B. Deutschland, Österreich, Spanien, osteuropäische Länder).

Einige wichtige Komponentenhersteller Bearbeiten

  • Campagnolo (Italien – überwiegend Rennrad sowie hochwertiges Werkzeug, sämtliche Komponenten)
  • Hayes (USA – Scheibenbremsen)
  • LOOK (Frankreich – Rahmen, Pedale, Gabeln)
  • Magura (Deutschland – hydraulische Bremsen, Gabeln)
  • Marzocchi (Italien – Gabeln)
  • Pletscher (Schweiz – hochwertige Gepäckträger & Körbe mit System)
  • RockShox (USA – Federgabeln)
  • Rohloff (Deutschland – Ketten, 14-Gang-Nabenabenschaltung,)
  • Selle Royal (Italien – Sättel der Marken Selle Royal, LOOKIN, Fizik)
  • Shimano (Japan – Massen- bis Profibereich, alle Fahrradtypen)
  • SRAM (USA – Nabenschaltungen – früher Sachs- und Komponenten)
  • Suntour (Japan – Federgabeln, Kurbelgarnituren)
  • Sturmey Archer (Großbritannien - Nabenschaltungen, früher auch Nabendynamos und Trommelbremsen)

Weblinks Bearbeiten

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