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FelgenbremseBearbeiten

RX100-Hinterradbremse.jpg

Felgenbremse (Seitenzugbremse (Rennrad))

Es gibt mehrere Systeme von Felgenbremsen, bei allen wird der Bremsbelag gegen die Felge gedrückt, um das Rad zu bremsen. Felgenbremsen werden hydraulisch oder mechanisch per Seilzug betätigt. Bei Seilzügen werden Hebel mit einem Bremsbelagträger gegen die Felge geschwenkt, bei hydraulischen Bremsen sitzen die Belagträger auf den Kolben, die sich geradlinig zur Felgen bewegen. Da Beläge und Felge der Witterung ausgesetzt sind, kann die Bremswirkung bei Nässe stark nachlassen, bei Frost durch Vereisung unmöglich werden, Sand den Verschleiß von Belägen und Felge fördern. Je nach Reibpaarung von Belag und Felge sind unterschiedlich große Handkräfte nötig, um ausreichenden Anpressdruck und Verzögerung zu erzielen.
Seilzug

Nach Art der Anlenkung der Seile auf den Hebeln unterscheidet man Seitenzugbremsen (siehe Bild), Mittelzugbremsen, Cantilever- und V-Brake-Systeme, die unterschiedlich große Hebelverhältnisse und Seilwege durch unterschiedliche Lage der Dreh- und Anlenkpunkte haben. Der Seilzug besteht aus einer Drahtlitze für Zugkräfte, die in einem drucksteifen Außenzug geführt wird. Reibung zwischen Innen- und Außenzug kann sehr große Handkraft für ausreichenden Anpressdruck der Beläge erfordern. Glatte, reckarme, nicht-rostende Edelstahllitzen statt verzinkter Litzen, reibungsmindernde Inliner aus Kunststoffen statt blankem Außenzug verringern Reibungsverluste. Wenig zu stauchende Außenzüge (z.B. Rohrelemente bei Nokon-Zügen, parallele Drahtkardeele bei Jagwire) verringern den Hebelweg und verbessern das Ansprechverhalten in Richtung "knackigerer Druckpunkt". Mit der Zeit nutzen sich die Felge fast gleichmäßig und die Bremsbeläge schief ab, weil die Hebel die Beläge an die Felge schwenken.

Hydraulik

Die Bremsbeläge werden mittels Bremsflüssigkeit auf die Felge gedrückt (Magura). Die Betätigung ist nahezu reibungsfrei und das Übersetzungsverhältnis durch unterschiedliche Kolbengrößen in weitem Bereich konstruktiv anzupassen. Anders als bei Seilzugbremsen wird ab Anliegen der Beläge die Bremswirkung durch höhere Handkraft statt weiteren Hebelweg gesteuert (knackiger Druckpunkt). Hydraulisch betätigte Felgenbremsen haben gegenüber Seilzugbremsen zwar eine deutlich bessere Bremsleistung und sind abgesehen vom Belagverschleiß und -tausch fast wartungsfrei, allerdings nutzen Beläge und Felge durch den höheren Anpressdruck deutlich schneller ab.

TrommelbremseBearbeiten

Trommelbremse Fahrrad.jpg

Hydraulisch angesteuerte Trommelbremse

Das Prinzip wird seit langer Zeit beim gewöhnlichen Rücktritt der Firmen Sachs, SRAM, Sturmey-Archer und Favorit (heute: Velosteel) eingesetzt: Zum Bremsen wird im Radnaben-Inneren ein Bremsmantel gegen die Naben-Innenwand durch einen Brems- und Festkonus gedrückt. Dabei schleift der Bremsbelag sich langsam ab und bremst das Rad dadurch ab. Diese Bremsart wird aber nicht nur durch Rücktritt betätigt - es gibt auch Ausführungen ohne Rücktritt (vorrangig bei Sturmey-Archer), dann wird der Bremsvorgang durch Handbetätigung in die Wege geleitet. Seit langer Zeit gibt es die Trommelbremse auch für Vorderräder - heutzutage auch in Kombination mit einem Nabendynamo.

RollenbremseBearbeiten

Das Prinzip wird seit langer Zeit beim gewöhnlichen Rücktritt der Firma Shimano eingesetzt. Das Funktionsprinzip ist ähnlich dem von Trommelbremsen. Zum Bremsen werden im Radnaben-Inneren mehrere (6-8) über den Umfang verteilte Röllchen mittels einer Nockenscheibe nach außen gegen die Innenseite des Bremsbelags (oder Bremsmantels) gedrückt, welcher wiederum gegen die Nabeninnenwand drückt. Durch den Einsatz der Nockenscheibe läßt sich die Bremskraft feiner dosieren. Desweiteren ist die Mechanik nicht so anfällig wie die Hebelmechanik von Trommelbremsen. Inzwischen gibt es Rollenbremsen in Spezialnaben auch fürs Vorderrad und fürs Hinterrad mit Kettenschaltung. Problematisch scheint beispielsweise bei längerem Bremsen in langen Abfahrten die Wärmeabfuhr zu sein. Dies wird in höherwertigeren Ausführungen durch eine Cooling-Disc kompensiert. Der große Vorteil von Rollenbremsen ist die Wartungsarmut (jährliches Fetten reicht gewöhnlich) und die lange Haltbarkeit der Bremsbeläge.

Hinweis: Es gibt Hinweise, dass eine Rollenbremse bei langer Beanspruchung im Gebirge zum plötzlichen Blockieren neigt.

ScheibenbremseBearbeiten

Trickstuff Scheibenbremse.jpg

Scheibenbremse am Vorderrad

Scheibenbremsen wirken mittels einer Bremsscheibe über die Radnabe und Speichen auf die Felge. Dabei verschleißt die Felge zwar nicht, allerdings sind eine spezielle Nabe sowie Gabel erforderlich und die Einspeichart sollte entsprechend stabil sein. Bei den Scheibenbremsen unterscheidet man wie folgt:

Mechanisch

Mechanische Scheibenbremsen werden wie eine herkömmliche Felgenbremse betätigt, der Unterschied ist nur dass im Bremssattel nur einer der 2 Bremsbeläge mittels einer Schneckenspindel gegen die Bremsscheibe gedrückt wird, während der zweite Bremsbelag fest verankert ist.

Vorteile:

Wartungsarm muss nicht entlüftet werden. 

Nachteile:

Keine so hohe Bremskraft wie Hydraulische. 

Nur einer der beiden Beläge wird bewegt. 

Bremsbeläge Justieren sich nicht von selbst. 

Hydraulisch

Hydraulische Scheibenbremsen werden ebenfalls wie eine Hydraulische Felgenbremse betätigt, der unterschied ist nur dass hierbei die Bremsbeläge nicht wie bei der Mechanischen Scheibenbremse über eine Schneckenspindel gedrückt werden, sondern direkt über den Öldruck. Hierbei gibt es mehrere Versionen:

  • Einkolben-Scheibenbremse: Bei dieser Version wird nur einer der 2 Bremsbeläge betätigt - der zweite Bremsbelag bleibt fest verankert. Häufig wird, um die Bremsscheibe nicht unnötig zu belasten, der Bremssattel Schwimmend gelagert - d.h. er kann sich seitlich frei bewegen, so wird die Bremsscheibe nicht seitlich verbogen.
  • Zweikolben-Scheibenbremse: Dies ist die am häufigsten auftretende Version. Dabei werden beide Bremsbeläge an die Bremsscheibe gedrückt (z.B. Hayes Nine, Magura Louise).
  • Vier- und Mehrkolben-Scheibenbremse: Scheibenbremsen mit 4, 6 oder 8 Kolben werden fast ausschließlich an Freeride oder Downhill-Bikes verbaut, da nur dort solch brachiale Bremskraft benötigt wird. Diese kräftigen Bremsanlagen benötigen eine dafür ausgelegte Federgabel sowie Rahmen.

Vorteile:

Hohe Bremskraft.

Funktioniert bei jedem Wetter. 

Nachteile:

Bremscheibe wird schnell warm.

Nicht so hohe Bremskraft gegenüber Hydraulischer Felgenbremse. 

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Wikipediaartikel:
„Fahrradbremse“
Wikipediaartikel:
„Bremse“
Bestandteile eines Fahrrades

Rahmen
Gabel und Lenkvorrichtung: Gabel | Lenker | Lenkstange | Vorbau | Steuersatz
Bremseinrichtung: Bremse | Bremsschaltgriff | Bremshebel
Räder (Laufräder): Laufrad | Vorderrad | Hinterrad | Nabe | Speiche | Felge | Felgenband | Reifen | Schlauch | Ventil
Antrieb: Tretlager | Kettenblatt | Kurbel | Pedal | Kette | Zahnkranz | Ritzelpaket | Bremsschaltgriff | Schalthebel | Schaltwerk | Nabenschaltung | Umwerfer
Sitzvorrichtung: Sattel | Fahrradsitz | Sattelstütze

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